Skilangläufer Jan Stölben so gut in Form wie noch nie

Der 21-jährige Nationalkader-Athlet aus Manderscheid, derzu seinem Heimatverein SLV Ernstberg zurückgekehrt ist, überzeugt bei einer Rollerski-Wettkampfserie in Schweden.
Skilangläufer Jan Stölben aus Manderscheid will nach einer guten Vorbereitung im Sommer aus Rollerski unter anderem in Schweden im Winter durchstarten. Foto: Ruben Kretschmar (@rubenkretschi)/Ruben Kretschmar
Manderscheid/Oberstdorf Der Wintersportler aus Manderscheid war bei einer Wettkampfserie in Schweden erfolgreichster Deutscher auf Rollerski. Nachdem der 21-Jährige zurück zu seinem Ursprungsverein SLV Ernstberg gewechselt ist, hat er den vollen Nationalkaderstatus erhalten.
(teu) „Im Sommer werden die Langläufer gemacht“, wird Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Wenn sich die Aussage des Olympia-Silbermedaillengewinners von 2002 bei Jan Stölben bewahrheitet, dann darf sich der Skilangläufer aus Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) auf einen erfolgreichen Winter freuen. Denn so gut, wie in den vergangenen Wochen, war der 21-Jährige im Sommer noch nie in Form.
 
Das zeigte sich beim Trainingslager des Langlauf-Nationalkaders des Deutschen Ski-Verbands (DSV) im August in Schweden. Bei vier international besetzten Rollerski-Rennen war Stölben zweimal bester Deutscher. Beim Inge-Bråten-Memorial, einem Sprintrennen zu Ehren des 2012 verstorbenen Trainers der Langlauf-Legende Bjørn Dæhlie in Torsby, schaffte er es nach einem achten Platz im Prolog über einen Sieg im Viertelfinale bis auf Platz vier in der Vorschlussrunde. Unter insgesamt 30 Startern, darunter elf Olympia-Teilnehmer von Peking 2022, belegte er damit den achten Platz.
 
In Trollhättan in der Nähe von Göteborg musste sich Stölben im Prolog nur Torsby-Sieger Anton Persson aus Schweden um 0,35 Sekunden beugen. Mit zweiten Plätzen im Viertel- und Halbfinale gelang ihm diesmal der Einzug ins Finale der besten Sechs. Beim Sieg von Persson vor drei weiteren Olympioniken aus Schweden, der Schweiz und Großbritannien musste sich Stölben zwar mit dem letzten Finalplatz zufriedengeben, hatte aber viel gewonnen: „Gerade der Sprint zeigt auf, was möglich ist. Insgesamt kann ich von den Rennen sehr viel mitnehmen. Jetzt gilt weiter an den Baustellen zu arbeiten“, sagt der Sportsoldat.
Woran er noch feilen kann, zeigten die Distanzrennen zum Abschluss des DSV-Nationalmannschafts-Trainingslagers in Schweden. Beim sogenannten „Alliansloppet“ in klassischer Technik über 48 Kilometer im Massenstart belegte Stölben in 1:57:21 Stunden den als zweitbester Deutscher den 78. Platz unter mehr als 200 Startern. Nur einen Tag später im Einzelstartrennen über 15 Kilometer belegte Stölben als drittbester Deutscher den 47. Platz. Beide Wettkämpfe zählen zur fünfteiligen World-Roller-Classics-Tour mit entsprechend vielen Rollerski-Spezialisten am Start.
 
Stölben war der einzige DSV-Athlet, der in Schweden an vier Rennen teilnahm. Nachdem der junge Wintersportler aus der Vulkaneifel im vergangenen Sommer am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg im Sauerland sein Abitur gemacht hat, ist Stölben wieder zu seinem Heimatverein SLV Ernstberg zurückgekehrt. Während seiner Zeit am Sportinternat startete er für den SK Wunderthausen.
 
Die meiste Zeit trainiert Stölben am Olympiastützpunkt in Oberstdorf, wenn es sich ergibt aber auch in der Eifel. So belegte der Manderscheider beispielsweise beim Vulkan-Cross-Triathlon in Schalkenmehren den zweiten Platz auf der Sprintdistanz. Dass er schnell laufen kann, hat Stölben schon oft bewiesen. Als Zwölfjähriger war er Jahresschnellster über 2000 Meter (7:18,11 Minuten) seiner Altersklasse. Beim der DSV-Leistungskontrolle im Juni rannte er die 3000 Meter im Stadion in 8:52 Minuten. Jetzt will Stölben nur noch in den Winter durchstarten.