Ski-Ass Stölben (Manderscheid) qualifiziert sich für den Continental-Cup

Manderscheid/ Skilangläufer Jan Stölben vom SLV Ernstberg gewinnt im italienischen Livigno den Prolog und muss im Sprint-Finale nur dem Italiener Elia Barp den Vortritt lassen.

Von Holger Teusch

Livigno (teu) Jan Stölben lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Von Schneemangel schon gar nicht. Der 21-Jährige vom SLV Ernstberg qualifizierte sich beim ersten internationalen Rennen im italienischen Livigno als Zweitplatzierter im Sprint und als drittbester Deutscher im Zeh-Kilometer-Rennen für den Continental-Cup. Nun hat der Sportsoldat die U-23-Weltmeisterschaft im Visier.

Der Klimawandel lässt grüßen! Auch mit den Möglichkeiten als Bundeskaderathlet verlief die bisherige Vorbereitung für Stölben nicht gewohnt. „Im Moment sind im Alpenraum vielleicht fünf Loipen frei“, erzählt er. Mit diesem Problem war das Skilanglauf-Ass aus Manderscheid in der Eifel aber schon oft konfrontiert worden. Als jetzt die ersten Rennen mangels weißen Laufuntergrunds abgesagt oder verschoben wurden, konnte der 21-Jährige vom SLV Ernstberg damit leben. „Ich war in der Vergangenheit schon gewohnt, Lösungen zu finden. Andere, die sonst zum Beispiel in Ruhpolding Schnee gewohnt sind, fiel schon mal die Kinnlade runter“, erzählt Stölben, dass andere Bundeskader-Kollegen sich erst einmal mit der Schneemangelsituation anfreunden mussten.

So wurde beispielsweise das im italienischen St. Catarina Valfurva geplante Rennen kurzerhand nach Livigno an die italienisch-schweizerische Grenze verlegt. Dort gab es zu Beginn der Wettkampfvorbereitung allerdings auch einige Tage lang nur eine 500 Meter lange Kunstschneeloipe. „Da bin ich dann am Tag 150 Runden gekreiselt“, erzählt Stölben. Bis zu 200 Skilangläufer verschiedener Nationen tummelten sich zeitweise auf dem Schneeflecken. Um schnelle Einheiten möglichst unbehindert zu absolvieren, stand Sprint-Spezialist Stölben deshalb schon um halb sieben morgens auf den Brettern.

Trotz aller Unsicherheiten (zwei Tage vor dem Wettkampf war immer noch nicht hundertprozentig sicher, dass das Rennen gestartet werden konnte) war Stölben am vergangenen Samstag voll fokussiert. Den Prolog zum Sprintwettkampf gewann er vor zwei Italienern. Der zweitbeste Deutsche Anian Sossau hatte bereits fast zwei Sekunden Rückstand. Über Siege im Viertel- und Halbfinale qualifizierte sich Stölben für den Endlauf und musste sich nur dem Italiener Elia Barp geschlagen geben. Im Zehn-Kilometer-Einzelstartrennen am Sonntag belegte er in 21:27 Minuten und damit 27 Sekunden hinter den siegreichen Italienern Giovanni Ticco und Barp und acht Sekunden hinter dem besten Deutschen Thomas Bing den 15. Platz. Wichtig: Stölben war damit drittbester Deutscher und sicherte sich so ohne Diskussion einen Startplatz beim Continental-Cup (COC).

Am kommenden Wochenende beginnt der COC in Pratelago (Italien). Im vergangenen Jahr belegte Stölben den 42. Platz, startete allerdings nur bei acht der 14 Rennen. Dafür feierte er in Dresden sein Weltcup-Debüt. Primäres Saisonziel ist erst einmal die Qualifikation für die U-23-Weltmeisterschaft in Kanada. Aber auch zu einem Start bei der „großen“ WM würde der Manderscheider genauso wenig nein sagen, wie zu einem Weltcup-Auftritt.

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